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BSC 1899 Offenbach - TSV 1846 Nürnberg 2. Sieg für Nürnberg
in Offenbach 11:32 (19.09.10) |
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Am vergangenen Samstag traten die Spieler der Rugbyabteilung
des TSV 1846 Nürnberg den Weg zu ihrem zweiten Auswärtsspiel in Folge an.
Nach dem Auftaktsieg eine Woche zuvor in Bonn ging es nun frohen Mutes zum
Gastspiel beim BSC Offenbach, die ihrerseits ihre Auftaktbegegnung in der
Dritten Liga Südwest deutlich verloren hatten. Da angeschlagene Boxer jedoch
bekanntlich am gefährlichsten sind, taten die Franken gut daran, den Gegner
nicht zu unterschätzen und konzentriert zu Werke zu gehen. Dennoch waren es die Platzherren, die in den ersten
Minuten den größeren Druck ausübten. Nach einem Fehler der Nürnberger im
offenen Gedränge hatten die Offenbacher dann auch bereits nach drei Minuten
die Möglichkeit, durch einen Straftritt in Führung zu gehen, der Verbinder
vergab jedoch aus 30 Metern. Nürnberg kam daraufhin besser ins Spiel,
zwischen der achten und der zehnten Minute setzten sich die Männer unter
Peter Smutna, der an diesem Samstag als Spieler und Übungsleiter in
Personalunion fungierte, hinter der gegnerischen 22-Meter-Linie fest. Zweimal
konnte die aufmerksame Verteidigung der Offenbacher die agilen Kevin Barry
und Peter Smutna erst kurz vor dem Malfeld stoppen. Der dritte
Angriffsversuch in dieser Phase des Spiels brachte dann Zählbares: Der erneut
sehr verlässliche Nürnberger Sturm gewann ein gegnerisches Gedränge, der Ball
wurde von Barry sicher zur Hintermannschaft gespielt und der pfeilschnelle
Olaf Will konnte zur 5:0-Führung ablegen. Der Versuch blieb ohne Erhöhung. Smutna hatte seinen Sturm während der gemeinsamen
Anreise darauf eingeschworen, mit vielen Phasen den Gegner zu zermürben und
damit den Platz für die Hintermannschaft zu schaffen. Mitte der ersten
Halbzeit setzte Nürnberg dieses Konzept auch um, die erstaunlich munteren
Oliver Diller und Stephan Aschauer konnten so beispielsweise nach einer
gewonnenen Gasse etwa 20 Meter Raumgewinn verbuchen, wobei sie einige
Verwirrung in der gegnerischen Mannschaft stifteten. Dass die Offenbacher
sich jedoch keineswegs aufgaben, zeigten sie immer wieder mit gefährlichen
Angriffen. In der 17. Minute konnte
einer dieser Nadelstiche nur mittels eines Fouls an der Zehnmeterlinie des
TSV aufgehalten werden, der Straftritt Offenbachs blieb jedoch erneut ohne
Folgen. Überhaupt unterliefen in dieser Phase beiden Mannschaften viele
kleine Fehler, und die Nürnberger gaben im Mittelfeld viele Straftritte ab.
Dies führte immer wieder zu Raumgewinn seitens der Platzherren und in der 21.
Minute schließlich zum 3:5 aus Offenbacher Sicht. Offenbach kam nun deutlich besser ins Spiel und
profitierte von Nürnberger Undiszipliniertheiten. Zudem funktionierte die
Unterstützung im offenen Spiel der Gastgeber gut, sodass die Führung in der
dreißigsten Minute nicht sonderlich überraschend kam: Ein erneuter Straftritt
sorgte für das 6:5. Inmitten dieser Sturm-und-Drang-Phase Offenbachs bewies
Nürnbergs Nummer acht Te Ira Davison jedoch, dass er in dieser Saison das Amt
des Spielführers zu Recht ausübt. Unwiderstehlich brach er, aus einem Paket
heraus, durch und legte ab. Fabian Kleindiek, der an diesem Tag auf dem
Flügel eine taktisch fehlerfreie Leistung ablieferte, erhöhte zum 12:6
Halbzeitstand. In der zweiten Hälfte zeigten die Franken, dass sie
sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen wollten, und begannen
druckvoll. In der 47. Minute konnte Kleindiek mit einem Straftritt den
Vorsprung auf 15:6 ausbauen, und auch in der Folge setzte sich der TSV vor
allem dank der schnellen Hintermannschaft in Sichtweite des Offenbacher
Malfeldes fest. Lohn dieser Energieleistung war der zweite Versuch Davisons
in der 50. Minute. Da der Versuch ohne Erhöhung blieb, ging Nürnberg mit
einem 20:6-Vorsprung in die letzte halbe Stunde des Spiels. Die Gastgeber
fanden zu diesem Zeitpunkt kein Gegenmittel gegen die als Mannschaft
geschlossen auftretenden Nürnberger. Als symbolisch für deren unbedingten
Siegeswillen lässt sich eine Szene aus der 55. Minute beschreiben: Dem Sturm
gelang das Durchbrechen der ersten Offenbacher Verteidigungslinie, und im
Zusammenspiel von Peter Smutna (Verbinder), Stephan Aschauer (Linker
Pfeiler), Kevin Barry (Gedrängehalb), Henning Wolfram (Erster
Innendreiviertel) und Christian Gabriel (Zweite-Reihe-Stürmer) konnte 40
Meter Raumgewinn erzielt werden. Die nächsten Punkte ließen allerdings bis zur 62.
Minute auf sich warten, als Wolfram aus dem Spiel heraus ablegen konnte.
Kleindiek erhöhte, und so stand es etwa eine Viertelstunde vor Schluss 27:6
für die Gäste aus Nürnberg. Diese zeigten sich angesichts des beruhigenden
Vorsprungs auch zunächst weiterhin feldüberlegen, als die Offenbacher dann
aber ihre Gefährlichkeit zehn Minuten vor dem Ende der Begegnung wieder
aufblitzen ließen, präsentierte sich Nürnbergs Verteidigung teils vogelwild.
In der 71. Minute konnte einer dieser Angriffe noch kurz vor dem Malfeld
abgefangen werden, aber fünf Minuten später kamen die nie aufgebenden
Offenbacher dann doch zu ihrem verdienten Versuch. Dieser wurde nicht erhöht,
und so hatten sich fast alle bereits damit abgefunden, dass das Spiel 27:11
für die Gäste ausgehen würde. Fast alle, denn Davison reizte es wohl, die
Führung in der vereinsinternen Punktejägerliste zu übernehmen. Mit seinem
dritten Versuch in diesem Spiel rundete er seine hervorragende Leistung ab
und bewies damit einmal mehr seine Führungsqualitäten. Somit endete die Begegnung 32:11 für den TSV, der im zweiten
Spiel der neuen Saison seinen zweiten Sieg feiern konnte. Vielen Dank an den
BSC Offenbach für ein faires und unterhaltsames Spiel sowie an den
Unparteiischen Hedges für die souveräne Leitung. Stefan Zeitz (NRFC) |