|
3.
Liga-Süd-West TSV 1846 Nürnberg – BSC 1899 Offenbach Gelungener
Rückrundenstart für den TSV Nürnberg Klarer 59:10-Sieg gegen BSC Offenbach (21.03.11) |
|
Am Samstag trafen die Männer des TSV zum Auftakt der Rückrunde in der 3. Bundesliga Süd-West auf das Tabellenschlusslicht aus Offenbach, das in der laufenden Saison bereits bezwungen werden konnte. Beide Mannschaften traten ersatzgeschwächt an, im Gegenzug zeigte sich jedoch das Wetter nach deprimierenden vorangegangenen Tagen von ausgezeichneter Seite. Einem angenehmen Rugby-Nachmittag vor allem für die Zuschauer hätten dann nur noch die Aktiven auf dem Platz einen Strich durch die Rechnung machen können. Wie gut Peter Smutna seine Schützlinge vor dem Spiel jedoch auf den Gegner eingestellt hatte, zeigte sich gleich beim ersten Angriff der Franken in der zweiten Minute. Smutnas Erinnerungen an die gelungene Vorstellung der Hintermannschaft im Hinspiel noch in den Ohren, so konnte Verbinder Olaf Will mit einer gelungenen Doppelschere sogleich Verwirrung bei den Gästen stiften, welche die Allzweckwaffe Peter Hull, als Schlussmann eingesetzt, zum 5:0 nutzte. Außendreiviertel Fabian Kleindiek verwandelte die Erhöhung sicher. Bereits zehn Minuten später war es dann an Flügelstürmer Hugo Müller, der nach einem feinen Kick Kleindieks sowie darauf folgendem Gedränge kurz vor dem Offenbacher Malfeld den Ball schließlich zum 12:00 ablegte (Erhöhung: Kleindiek zum 14:00). Diese Energieleistung bezahlte Müller allerdings später mit Wadenkrämpfen. Nürnberg war in dieser Phase des Spiels klar feldüberlegen und ließ die Offenbacher bis Mitte der ersten Halbzeit nicht ins Spiel kommen. In der 24. Minute sorgte Olaf Will für eine kuriose Einlage, als er im Stile eines Fußballers den Ball bis in die eigene 22-Meter-Zone zurückbeförderte: eine Aktion, die ihm die nur wenig begehrte Auszeichnung zum „Depp des Tages“ einbrachte. Obwohl es nun schien, als ob die Gäste aus Hessen besser ins Spiel kommen würden, war es erneut Nürnberg, das aus seinem Ballbesitz Zählbares machte. Will, der seinen Fehler wieder gutmachen wollte, setzte zu einem unwiderstehlichen Lauf über 70 Meter an, ließ der Offenbacher Hintermannschaft keine Abwehrchance und legte zum 19:00 ab (Kleindiek: 21:00). Unter anderem diese Leistung sorgte dafür, dass Will am Ende „Depp des Tages“ und „Spieler des Tages“ in Personalunion wurde. Kaum hatten sich die Zuschauer an der Seitenlinie die Augen ob des Sturmlaufes gerieben, konnten sie – sofern Anhänger der Franken – schon wieder jubeln: Von Hakler Sandro Kaden angeführt trugen die Stürmer den Ball über viele Phasen hinweg bis kurz vor das gegnerische Malfeld, bis es wiederum der Hintermannschaft, dieses Mal in Person des zweiten Innendreiviertels Sebastian Peter, vorbehalten war, auf 26:00 davonzuziehen (34. Spielminute, Kleindiek erhöht zum 28:00). Als sich dann alles schon auf den Pausentee und die frische Bockwurst freute, legte Schlussmann Hull schließlich nach Alleingang und Zuspiel von Außendreiviertel Ferdinand Bichelmeir zu seinem zweiten Versuch des Tages ab. Auch diesen erhöhte Kleindiek, und es ging mit einem sicheren 35:00-Vorsprung in die Halbzeit. Nach Wiederbeginn zeigten zunächst die Gäste, dass sie nicht nach Franken gekommen waren, um sich lediglich zeigen zu lassen, wo Barthel den Most holt. So gehörten dann die nächsten 20 Minuten mehrheitlich den Offenbachern, was durch Unkonzentriertheit der Nürnberger und wiederholte 10-Meter-Strafen begünstigt wurde. Nicht alle Entscheidungen des Schiedsrichters waren in dieser Phase nachvollziehbar, was auf dem Feld genauso zu Unverständnis führte wie abseits der Seitenlinie. Dass Offenbach zum 05:35 ablegen konnte, ist als logische Konsequenz des Spielverlaufs nach Wiederanpfiff anzusehen. Doch eine wirkliche Klassemannschaft muss klotzen anstatt kleckern, und das taten die TSV-Spieler. In der 65. Minute fasste sich erneut Will ein Herz: Nach gutem Stürmerspiel erneut über viele Phasen setzte sich der Verbinder trotz Überzahl auf Seiten seiner Hintermannschaft alleine gegen die hilflos wirkende Offenbacher Verteidigung durch und legte zum 40:05 ab (Erhöhung Kleindiek, 42:05). Erneut hatten sich staunende Experten ebenso wie sich wundernde Laien gerade eben erst beruhigt, als nach dem Antritt der Gäste der Ball sofort auf die schnelle TSV-Hintermannschaft gespielt wurde. Will, der noch nicht genug hatte, lief etwa 50 Meter mit dem Ball, ehe er es letzten Endes dem ersten Innendreiviertel Henning Wolfram überließ, zum 47:05 abzulegen. Kleindiek erhöhte zum letzten Mal an diesem Tag, Spielstand 49:05. Und weil dies so schön klappte, legte der TSV in der 70. Minute nach und sorgte erneut direkt nach dem Antritt für einen Versuch. Dieses Mal war es der wadenkrampfgeplagte Hugo Müller, der in Zusammenarbeit mit Gedrängehalb Daniel Eichinger und jemand Anderem den Ball in Richtung der gegnerischen Endzone trug, Jemand legte schließlich zum 54.05 ab. Doch dies sollte noch nicht das Ende der Punktejagd sein. In der 78. Minute war es die vielbeschworene „Lok auf zwei Beinen“ Sandro Kaden, der nach einer Gasse dank übersichtlichen Spiels des Springer David Hosang für das 59:05 sorgte. Jetzt auf Volltouren, so tankte sich Kaden direkt nach dem Antritt durch zwei Defensivreihen hindurch etwa 20 Meter nach vorn. Ein Fehler im Nürnberger Gedränge in der Schlussminute sorgte letztlich für einen Straftritt der Gäste auf Höhe der Mittellinie, mit dessen Hilfe sie den Ball noch einmal in Richtung des Nürnberger Malfeldes traten. Aus allein nur dem Schiedsrichter ersichtlicher Position gelang es den Offenbachern letztlich noch, den viel umjubelten zweiten Versuch zum 10:59 aus Gästesicht abzulegen. Die Zufriedenheit über das eigene Spiel dürfte diese letzte Aktion der Nürnberger nicht getrübt haben, und auch dem Übungsleiter Peter Smutna war die Erleichterung nach dem durchaus gelungenen Rückrundenstart anzusehen. Stefan
Zeitz (TSV 1846 Nürnberg) |
|
|