3. Liga-Süd-West – Bericht TSV 1946 Nürnberg – TuS 95 Düsseldorf

TSV 1846 Nürnberg siegt nach kämpferischer Glanzleistung mit 18:17

TuS Düsseldorf unterlag denkbar knapp im Frankenland

(11.05.2011)

Großer Jubel beim knappen Sieg–18: 17–gegen die TuS Düsseldorf im letzten Spiel der Saison

Nach der drei Spiele andauernden Durststrecke des NRFC war klar, dass im letzten (Heim-)Spiel der Saison noch einmal alles gegeben werden musste. Das Wetter war perfekt, wenn auch etwas warm, so fanden sich zum Ankick der Partie gegen die TuS Düsseldorf viele Zuschauer am Waldplatz in Erlenstegen ein.

Der Trainer Peter Smutna ließ seine Mannen mit einer bislang unerprobten, aber vielversprechenden Aufstellung gegen die Jungs aus dem Ruhrgebiet antreten.

Set up:

1-Steidl, 2-Wulff, 3-Haupt, 4-Hosang, 5-Cook, 6-Bigley, 7-Müller, 8-Davison ©, 9-Hull, 10-Wolfram, 11-Peter, 12-Cahoon, 13-Will, 14-Bichlmeir, 15-Devlin

Bank: 16-Kaden, 17-Diller, 18-Kirchberger, 19-Merk, 20-Smutna

Nach dem Ankick des Spiels folgte eine Phase hektischen, sehr schnellen Spiels, hauptsächlich durch die Gäste und in der Nürnberger Hälfte. Leider musste der Verbinder, Wolfram, bereits nach wenigen Minuten ausgewechselt werden. Er konnte zwar den Kick der Gegner sicher fangen, aber der darauffolgende Tackle bedeutete das Ende seines Spiels. Die Heimmannschaft musste umbauen, Kirchberger wurde außerplanmäßig auf dem Flügel eingesetzt und Will rutschte auf seine angestammte Position als Verbinder. Der Druck der Düsseldorfer ging weiter und der versierte NRFC-Supporter begann Schlimmes zu ahnen, da die Mannschaft während der Saison häufiger Anlaufschwierigkeiten hatte. Aber die Verteidigung der Harlequins hielt stand, und nicht nur das, nach einer guten Gasse für den NRFC und einem Kick des Full Backs erarbeitete sich die Heimmannschaft ein Gedränge auf der gegnerischen 5-Meter-Linie. Der Scrum der Düsseldorfer war zwar sehr stark und setzte die Stürmer des NRFC zeitweise gut unter Druck, aber dieser Ball blieb ihnen erhalten, wurde in die Hintermannschaft gespielt, und nach einem schönen Durchbruch von Cahoon konnte Will den Ball zum 5:0 ablegen. Die Erhöhung war keine Herausforderung für Cahoon, der in Abwesenheit von Kleindieck das Kicken übernahm, so stand es nach 10 Minuten 7:0.

Es entwickelte sich ein schnelles, sehr körperbetontes Spiel auf beiden Seiten, das sich gut ansehen lies. Leider verhinderten eine gute Defensive und Fehler im Angriff auf beiden Seiten weitere Punkte. Das Verletzungspech der Nürnberger ging weiter, so musste unser Prop, Demian Haupt, nach Wadenverletzung aufgeben und wurde durch Diller ersetzt.

Symptomatisch für das Nürnberger Spiel kann der Angriff nach Düsseldorfer Gedränge gelten, bei dem schön die Weite des Platzes genutzt wurde, eine Überzahl vorhanden war und auch individuelle Durchbrüche Druck auf den Gegner verursachten, der Versuch wegen eines Vorwärtspasses aber doch nicht zu Stande kam. Die im weiteren Spielverlauf daraus resultierende Gasse für den Gegner konnten die Düsseldorfer in ihre ersten Punkte verwandeln. Der Versuch wurde nicht erhöht, so dass es kurz vor Ende der ersten Hälfte plötzlich 7:5 stand. Die Nürnberger ließen sich aber nicht entmutigen und erkämpften sich einen Straftritt in der 40. Minute, den Cahoon zum 10:5 Pausenstand traf.

Die zweite Hälfte begann denkbar schlecht für die Harlequins, nämlich mit einem auch noch erhöhten Versuch für die Gäste aus dem Ruhrgebiet, 10:12. Die Gastgeber schienen sich davon aber nicht beeindrucken lassen zu wollen und setzten die Gegner weiter unter Druck. Die Gasse in der Nürnberger Hälfte, als Resultat eines Straftritts gegen Nürnberg, verloren die Düsseldorfer und der aus dem Befreiungskick der Bunten resultierende Passangriff sah sehr vielversprechend aus, bis zum verflixten letzten Pass. Im Weiteren griffen die Nürnberger beherzt an, aber die gute Düsseldorfer Defensive machte das Leben, und das Punkten, schwer. Da kam der von Cahoon verwandelte Straftritt recht, um wieder hauchdünn mit 13:12 in Führung zu gehen. Die letzte Phase des Spiels, in der Nürnberg, und auch Düsseldorf, weitere personelle Verluste hinnehmen musste (Kaden kam für Wulff, Smutna für Devlin), war durch schön anzusehendes Angriffsspiel auf beiden Seiten geprägt, bei dem aber jeweils das letzte Quäntchen Glück fehlte.

Erleichterung schien der Versuch Wills zu schaffen, den er nach guter Vorbereitung durch den Gedrängehalb, Hull, und den Hakler, Kaden, in der Folge eines Gedränges legen konnte. Mit der Erhöhung klappte es leider nicht, daher 18:12. Die Düsseldorfer gaben jedoch nicht auf und nachdem Kirchberger wegen Verletzung vom Feld und die Harlequins mit dezimiertem 7-Mann-Scrum spielen mussten, kamen die Gäste noch einmal zum Zuge. Gedränge auf der Nürnberger 5-Meter-Linie, guter Druck auf die Gastgeber, Gedränge gedreht und Versuch. 18:17. Fünf Minuten vor Schluss gab es bei der Heimmannschaft noch einmal ordentliches Herzklopfen, während der Kicker der Gegner die Erhöhung versuchte; daneben. Die hauchdünne Führung führte zu 5 hektischen und sehr intensiven Schlussminuten, in denen aber keine weiteren Punkte erzielt werden konnten, so dass der Schiedsrichter die sehr kurzweilige Partie nach 80 sehr warmen Minuten bei einem Endstand von 18:17 für die Gastgeber abpfiff. Der anregende Rugby-Tag wurde stilecht mit einer guten Party beendet, zu der auch die Düsseldorfer, die über Nacht in Nürnberg blieben, ihren Teil beitrugen.

Stefan Zeitz (TSV 1846 Nürnberg)